Tatana Phrenetic RichieRich
Die Schweiz hat viele aufstrebende Künstler, die sich in den letzten Jahren sehr entwickelt haben, wie zum Beispiel Tatana, Phrenetic oder Richie Rich. Soeben erschien die neueste Scheibe von Phrenetic und Richie Rich "Energy Fly" auf dem jungen Label "Sirup" von Tatana. Ein Grund für uns, um uns mit ihnen zu unterhalten.
Mit welchem Alter habt Ihr begonnen zu produzieren?
Tatana: Ich habe etwa vor vier oder fünf Jahren begonnen mit Torsten Stenzel zu produzieren. Damals war ich 19 oder 20 Jahre alt.
Phrenetic: Ich produziere seit etwa drei Jahren mit Richie Rich zusammen, wobei er die technischen Arbeiten übernimmt. Meine Aufgabe ist es viel mehr die Erfahrungen aus meiner DJ Tätigkeit in die Produktion einfliessen zu lassen.
Richie Rich: Meine ersten Gehversuche startete ich mit etwa 13 Jahren auf primitivste Weise. Damals bestand mein ganzes Equipment nur aus einem Amiga 2000. Anfangs versuchte ich es mit Hip Hop. Am Ende meiner Schulzeit interessierte ich mich immer mehr für die elektronische Musik. Wobei mein Schwerpunkt bei Hardcore lag. Mit 18 Jahren hatte ich meinen ersten Hardcore Live Act an der White Wolf.
Viele Produzenten legen nebenbei noch auf. Hattest Du nie Lust selbst hinter dem Mischpult zu stehen?
Richie Rich: Zu meiner Hardcore Zeit habe ich unter dem selben Pseudonym Hard und Happycore aufgelegt. Unter anderem spielte ich damals an der Magic Kingdom, Dreamscape, Virtuality, White Wolfe und sogar an der Trip to Noise in Wien. Als ich mich vor drei Jahren immer mehr zum Trance hingezogen fühlte, entschloss ich mich, das Djing zu beenden. Da ich es nicht gut fand, einfach von heute auf morgen den Stil zu wechseln. Das Djing vermisse ich heute noch sehr, mal schauen, vielleicht werde ich in nächster Zeit wieder damit beginnen. Da ich regelmässig Platten kaufe und für mich ein bisschen im Studio mixe, wäre dies kein Problem. Auflegen ist wie Fahrrad fahren, wenn man es mal gelernt hat, kann man es immer.
Hattet Ihr Startschwierigkeiten?
Tatana: Ich hatte eigentlich keine grossen Startschwierigkeiten, da mir ja ein Top-Produzent zur Seite stand. Torsten konnte mir sehr viel beibringen.
Richie Rich: Klar, es mangelte an Qualität und Erfahrung. Am Anfang bekamen wir einige Absagen. Diese entmutigte uns jedoch nicht, sondern gab uns den Ansporn uns Qualitativ zu verbessern.
Phrenetic: Am Anfang war es schwer, mit wenigen Geräten qualitative Tracks zumachen.
Richie Rich: Heute ist es ja bereits möglich alleine mit einem Rechner Professionelle Musik zumachen. Ich würde dabei jedoch das feeling vermissen, direkt an den Geräten Hand anzulegen.
Du hast vor einiger Zeit Dein eigenes Label Syrup gegründet. Die nächste Single wird von Phrenetic und Richie Rich produziert. War es schon immer Dein Ziel Nachwuchstalente zu fördern?
Tatana: Ja, auf jedenfall. Ich bekomme jede Woche viele Demos von talentierten jungen Künstlern und die muss man fördern.
Was war ausschlaggebend, dass Eure nächste Single auf einem noch so jungen Label erscheinen soll?
Phrenetic: Da ich Tatana schon lange kenne und wusste das sie ein eigenes Label gegründet hat, gab ich ihr eine CD mit zwei aktuellen Titeln die jetzt auf Sirup rec.02 erschienen sind.
Richie Rich: Obwohl das Label noch jung ist, bietet es eine gute Plattform. Vor allem durch den Vertrieb von Music Mail Deutschland ist es gewährleistet, dass unsere Produktion im In- und Ausland vertrieben wird.
Nach welchen Kriterien wählst Du die Produzenten aus die auf Deinem Label produzieren?
Tatana: Eigentlich nach keinen. Die Tracks müssen mich einfach ansprechen d.h. wenn ich sie höre, muss man einfach die Musik spüren können. Klar bekomme ich viele Demos bei denen noch viel gemacht werden müsste, aber das kann man ja im nachhinein noch tun. Wichtig ist, dass die Idee gut ist und der Track einen guten Hook hat. Er muss irgendwie hitig tönen. Es kommt es mir nicht darauf an ob es eine housige oder trancige Produktion ist.
Eure erste gemeinsame Single "ocean of Love" war sehr erfolgreich unter anderem durch einen Mega-Remix von Y.O.M.C. Wer wird Euer Lied diesmal Remixen?
Phrenetic: Wir haben mit Tatana zusammen ein Dub-mix gemacht.
Richie Rich: Dieses mal haben wir darauf verzichtet unsere Produktion in fremde Hände zulegen, weil wir mit unserer Produktion selbst zufrieden waren. Remixe von Namhaften Produzenten sind stets teuer aber nicht immer befriedigend.
Arbeitet Ihr sonst noch irgendwie zusammen?
Tatana: Ja, ich habe vor drei Wochen einen Remix mit Richie Rich gemacht für Miss Loony. Dieser Track wird übrigens der nächste Release auf sirup sein.
Welches sind Eure nächsten Projekte für die Zukunft?
Tatana: Leider darf ich noch nichts verraten. Ich habe sehr viel vor, mein baby sirup gross zu ziehen... meine neue Single und mein neues Mixalbum, dass im Mai erscheinen soll. Dann möchte ich im nächsten Jahr den Live-act mit Mope weiter machen. Irgendwann soll dann noch ein eigenes Album erscheinen.
Phrenetic: Zurzeit sind noch keine neuen Projekte geplant, aber es wird sicher in Zukunft weitere Produktionen von uns zu hören geben.
Richie Rich: Nach dem erfolg von "Analog Signal" auf Proppeler von Dj Sirrah, ist jetzt eine neue Produktion mit dem aufstrebenden DJ in Arbeit .Auch mit DJ Tension werde ich mich demnächst mal wieder ins Studio setzen. Nach meinem Remix Debut für DJ Energie (Beliver, Belfagor) hoffe ichvermehrt Remixaufträge zu erhalten.
Quelle: Vakum
Originalinhalt von 911-party.com (Archiv, Stand November 2001) · ← alle Interviews

