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DJ Taucher

Interviews — Originalinhalt von 911-party.com (2001)
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DJ Taucher

Der 34 jährige Ralph Armand Beck (bei uns besser bekannt als DJ Taucher) gilt zurzeit als verrücktesten und schrillsten DJ in der Trance-Szene. DJ Taucher überzeugt die Szene immer wieder von neuem mit seinen Produktionen. Anlässlich seines Besuches im OXA hatten wir die Möglichkeit uns mit ihm zu unterhalten.

In welchem Alter hast Du mit mixen begonnen?

1993 habe ich meine ersten Scheiben gekauft und mit Mixen begonnen, damals war ich 27 Jahre alt. 2 Jahre davor habe ich angefangen Partys zu veranstalten und habe mich mit der Zeit selber gebucht um auflegen zu können.

Hinter Deinem DJ-Namen verbirgt sich eine Geschichte, erzähl sie uns.

1991 habe ich an einer Gartenparty eine junge Dame kennengelernt und die hatte ein Tape von Sven Väth dabei. Ich habe damals Sven Väth nur vom Namen gekannt. Wir wollten anschliessend gemeinsam nach Frankfurt in den Club "Omen" gehen wo Sven Väth auflegte. Die Türleute liessen uns beide nicht rein obwohl wir sauber angezogen waren. Alle Leute die reinkamen waren total schrill und durchgedreht angezogen wie wir das eigentlich nicht kannten. Eine Woche später hatte ein Kollege von mir die Idee, dass wir uns auch total schrill anziehen sollten. Ich zog den kompletten Taucheranzug von meinem Onkel an und kam so problemlos in den Club. Seit diesem Tag nennen mich alle "Taucher".

Du bist einer der beliebtesten ausländischer Trance DJ's in der Schweiz, was bedeutet das für Dich?

Ich komme wirklich sehr gerne in die Schweiz. Ich spüre hier richtig das positive Echo von den Ravern und Veranstaltern. Für mich bedeutet das auch, dass ich über mehrere Jahre eine konstante Leistung geboten habe, was für mich natürlich eine grosse Befriedigung ist. Es gab sehr viele DJ's wie z.B. Robert Miles der mal ganz hoch oben war und wenig später wieder ganz unten war.

Wenn man Dich an einer Party auflegen sieht, hast Du immer ganz auffällige Kleider an. Wer näht Dir diese schrillen Anzüge?

Ich habe in meinem Lieblingsclub Reactor in Bühl einen französischen Schneider kennengelernt der Kleider für eine Kollegin von mir näht. Ich habe ihn damals angesprochen und er war ganz stolz, um für mich Kleider nähen zu dürfen. Ich kaufe mir natürlich auch auf der ganzen Welt meine schrillen Kleider wie z.B. in Miami.

Du produzierst zusammen mit Torsten Stenzel, wie kam Eure Zusammenarbeit zustande?

Ich habe Torsten einmal an einer Afterhour kennengelernt. Er fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihm zu produzieren. Er hatte damals noch ein sehr kleines Studio in Frankfurt. Unterdessen sind wir die besten Freunde und beide sehr erfolgreich. Ich verdanke Torsten sehr viel.

In der Schweiz ist der Trance weniger hart als in Deutschland, wie denkst Du wird sich der Trance in nächster Zeit entwickeln?

Ich bin eigentlich kein Musikprofessor. Ich habe aber festgestellt, dass an den Megaraves in der Schweiz sehr viele DJ's denselben Sound spielen ("Trance-Hit-Gedudel"). Ich selber habe mich in den letzten 3 Monaten soundmässig enorm verändert, weil ich mich von der Masse abheben möchte. Ich spiele deshalb auch nicht gerne an Raves wo ich 45 Minuten Spielzeit habe. Ich liebe es 3 bis 4 Stunden aufzulegen.

Welches ist Dein nächstes Projekt?

In wenigen Monaten soll mein erstes Longplay Doppelalbum "Ebbe und Flut" von mir rauskommen. Die eine CD wird sehr hart sein und die andere eher etwas ruhiger. Daher kommt der Name "Ebbe und Flut". An diesem Album arbeiteten wir seit über einem Jahr in Ibiza daran in Zusammenarbeit mit Drummern, Violisten, Sängern und Saxaphonspielern. Es wird ein hochmusikalisches modernes Album geben, wie wir es bis heute nicht kennen. Ich bin 100 Prozent davon überzogen, dass es ein voller Erfolg wird.

Du bist momentan in Deutschland total ausgebucht und legst überall auf der ganzen Welt auf. Kann man da überhaupt noch ein normales Leben führen oder brauchst Du das ständige herumreisen?

Ich weiss nicht ob mein Leben normal ist. Ich bin 2 mal im Monat in Ibiza bei Torsten Stenzel am produzieren. Dazu kommen unzählige Bookings im Ausland. Ich lege mind. 1 mal im Monat in Amerika oder England auf. Letzten Monat war ich in Amerika, Irland, Polen, Schweiz, Kroatien, Schottland und in Deutschland gebucht. Ich komme manchmal durch die Zeitverschiebung recht durcheinander und habe hin und wieder Rhythmusstörungen.

Was machst Du eigentlich in Deiner Freizeit, wenn Du nicht am produzieren oder am auflegen bist?

Ich habe keine Hobbys und auch kein Bedarf für Hobbys da ich zurzeit total ausgelastet bin. Ich verbringe sehr gerne die Freizeit mit meiner Freundin oder mit meinen Freunden die mich als Ralph kennen und nicht interessiert sind ob ich DJ Taucher bin oder nicht. Weil es bei mir zurzeit finanziell sehr gut aussieht habe ich mein Bauernhof während meiner Abwesenheit ein bisschen umbauen lassen. Ich habe nun einen grossen Billard-Raum wo ich mit meinen Kollegen einen gemütlichen Abend machen kann.

Wie reagieren Deine Nachbarn auf Dich, weil Du so ein bekannter DJ bist?

Mich kennen eigentlich alle im Dorf und akzeptieren mich und meinen Beruf. Ich gebe allen immer meine neuesten CD's und halte sie auf dem laufenden. Sogar die Bäckersfrau bekommt regelmässig CD's von mir.

www.djtaucher.de

Quelle: Vakum

Originalinhalt von 911-party.com (Archiv, Stand November 2001) · ← alle Interviews