Torsten Stenzel

Torsten Stenzel gehört seit 10 Jahren zu den besten und erfolgreichsten Trance-Produzenten und produzierte zusammen mit DJ Sakin den Mega-Hit "Breave Hearth" (Project your mind). Tatana (Dream Off, End of Time, More than words, Moye Oci, What the Hell is so funny, Summerstorm, All the night) und Mind-X (Colours, Never talk to Aliens, Nightingale uvm.) produzieren seit einigen Jahren zusammen mit Torsten Stenzel erfolgreiche Tracks. Während unserem Ibiza-Aufenthalt hatten wir die Möglichkeit den 29 jährigen Torsten Stenzel kennen zu lernen.
Hattest Du von Anfang an Erfolg, oder hattest Du Startschwierigkeiten?
Am Anfang hatte ich überhaupt keinen Erfolg. Die Tracks waren zwar sehr gut und teilweise sogar in den Charts. Der damalige Produzent vom Plattenlabel ging damals Konkurs und betrug mich finanziell sehr stark. Ich hatte vom Anfang an bis heute immer wieder Hochs und Tiefs.
Du wohnst seit anderthalb Jahren in Ibiza, obwohl Du den Rummel eigentlich gar nicht magst. Wieso zog es Dich von Frankfurt nach Ibiza?
Ich lebe nicht in der Stadt. Sondern etwa 25 Kilometer ausserhalb von Ibiza Stadt. Ich war zum erstenmal vor vier Jahren mit DJ Taucher in Ibiza als, er noch gratis oder für lächerliche 250 Franken in einem Club auflegte. Damals waren wir wie viele tausend andere nur zum Spass in Ibiza. Mir gefiel die Insel schon damals. Ich bin froh, dass dieser Traum vor anderthalb Jahren in Erfüllung ging. Leider muss ich sagen, dass Ibiza wegen den hohen Stromschwankungen und dem Meeressand sehr ungeeignet zum Produzieren ist. Mein Geräteverbrauch ist doppelt so hoch wie in Deutschland. Du produzierst mit diversen bekannten DJ's zusammen (Taucher, Sakin, Tatana, Mind-X und vielen mehr) die dank Deinen Tracks bekannt wurden.
Wolltest Du nie einen Track unter Deinem Namen veröffentlichen?
Nein, ich weiss, dass ich gut bin. Ich bin ein Mensch wie Du und ich. Ich will kein Star sein. Ich geniesse meinen Erfolg lieber alleine.
Hast Du auch Erfahrung als DJ oder produzierst Du nur?
Ich bin kein DJ. Ich sehe mich als Musiker (Produzent) und nicht als DJ. Ich kann zwar selber mixen, aber der ganze Rummel um den DJ interessiert mich nicht. Ich habe auch schon einige Compilations für DJ's gemixt, die keine Zeit hatten.
Wird man Dich in nächster Zeit mal als Live-Act an einer Party spielen hören?
Ich werde es nicht mehr machen. Früher spielte ich viel Live an Partys. In der Schweiz habe ich 1992 an der Energy zusammen mit Oliver Lieb gespielt und 1998 an der Goliath 3. In dieser Zeit habe ich auch noch in diversen anderen Ländern gespielt.
Welche Kriterien muss ein DJ erfüllen um mit Dir produzieren zu können?
Ich schaue bei sämtlichen DJ's nur aufs menschliche. Es waren alle DJ's mit denen ich begonnen habe zu produzieren am Anfang No-Name-DJ's. Ich bin mit allen DJ's mit denen ich produziere sehr eng befreundet. Allerdings werde ich keine weiteren DJ's aufnehmen, da ich zur Zeit total ausgelastet bin.
Was sind Deine nächsten Projekte?
Soeben erschien die neueste Scheibe von DJ Sakin (Malatya 44 "Wonderland"). Kommerziel gesehen wird das nächste Projekt ATB & YORK "Feels of Love" sein. York ist übrigens das Projekt von meinem Bruder und mir.
Wie hältst Du Dich auf dem laufenden? Bist Du selber viel an Partys oder wie weisst Du was zur Zeit aktuell ist?
Ich bin sehr wenig an Partys. Ich lasse mir sehr viele Tapes geben und höre mir alle Platten von den DJ's die bei mir sind an.
Hat sich Dein Leben durch das Produzieren verändert?
Mein leben hat sich sehr stark verändert. Früher lebte ich in einer kleiner Wohnung und heute habe ich ein schönes Haus mit Meerblick.
Hast Du früher ein Instrument gespielt oder wie hattest Du angefangen mit produzieren?
Mit 5 Jahren zwang mich mein Vater Klavier spielen zu lernen. Er schickte mich in ein zehnjähriges Musikstudium, was mir am Anfang überhaupt nicht gefiel. Mit 16 Jahren war ich staatlich geprüfter Kirchenorganist und spielte jeden Sonntag an zwei Messen. Mit 19 Jahren hatte ich genug und fing an elektronische Musik zu produzieren.
Wie gehst Du vor, wenn Du einen Track produzierst?
Es kommt immer darauf an ob es sich um einen Remix oder um einen neuen Track handelt. Es ist viel einfacher einen Remix zu machen, da man sich keine Gedanken zur Melodie machen muss. Es gibt kein eigentliches Rezept wie man einen neuen Track macht. Manchmal beginne ich mit der Melodie oder mache zuerst eine Bassline und füge später die Melodie hinzu.
Wie ist die Aufgabenverteilung zwischen Dir und dem DJ während der Produktion?
Die Grundidee muss immer vom DJ stammen. Dabei kann es sich um eine Melodie oder auch auf den Grundaufbau vom Track handeln. Wenn der DJ keine eigene Idee mitbringt, wird es sehr mühsam für mich, da ich an alles selber denken muss. Manchmal bringen sie auch Platten von Tracks mit, die ihrem Still entsprechen, damit ich auf sie besser eingehen kann. Der DJ ist während der ganzen Produktion anwesend und hat immer volles Mitspracherecht. Die Geräte bediene ich alle alleine. Wir bestimmen immer zusammen z.B. wenn eine Pause kommt oder im Track eine Steigerungen einsetzt. Ich arbeite jeden Tag ca. 7-8 Stunden im Studio, früher waren es allerdings manchmal bis zu zehn Stunden.
Quelle: Vakum
Originalinhalt von 911-party.com (Archiv, Stand November 2001) · ← alle Interviews

