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Erick Morillo

The worlds best DJ's
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Erick Morillo

Erick Morillo ist mit allen Wassern gewaschen. Er ist ein Energiebündel mit dem Drive eines Ferrari und der frechen Hartnäckigkeit eines Hausierers, dazu verfügt er auch noch über einen teuflischen Charme. Und Musik machen kann er auch. Als Produzent hat er Tracks unter einer verwirrenden Vielfalt von Pseudonymen herausgebracht (RAW, Smooth Touch, RBM, Deep Soul, Club Ultimate und Li'l Mo Ying Yang, um nur einige zu nennen). Als DJ hat er von seiner Heimbasis Jersey aus bereits die ganze Welt bereist. Unbedingt zu erwähnen ist seine beneidenswerte Residency im Ministry of Sound: er ist erst der zweite Amerikaner, der es geschafft hat, diesen Job zu ergattern. Der erste Amerikaner vor ihm war 1992 Tony Humphries, für den er gerade erst eine "Erick Morillo Mixed Compilations" fertiggestellt hat. Erick hat auch schon für Crystal Waters, Jocelyn Brown und Basement Jaxx heisse Remixes produziert. Und dann ist da noch der einträglichste Dance Act aller Zeiten - Reel 2 Reel. Jawohl, man kann ruhig sagen, dass Erick Morillo sehr beschäftigt ist. Morillo ist in New York geboren und in Colombia und Union City im benachbarten New Jersey aufgewachsen. Fasziniert von der Handfertigkeit der Meister begann Erick bereits mit 12 Jahren zu deejayen. Er legte an kleinen Partys und Hochzeiten auf (mehr als ihm lieb ist), und er feierte auch seine eigene Schulabschlussparty an den Turntables. Ein TV-Spot des "Center of Media Arts" stillte seinen Durst nach mehr Dance Music. Nach zwei Tagen war er bereits für den Studio-Engineering-Kurs eingeschrieben und schaffte ihn spielend als einer der Klassenbesten. Kurz darauf hörte Reggae-Meister El General Morillo im Shanghai Reds in Weehawken (New Jersey) auflegen. Ericks Re-Edit von Nardo Ranks "Burrup" liess ihn die Ohren spitzen. Der General war so beeindruckt von der übersprudelnden Energie dieses Latinos hinter dem DJ Pult, dass er ihn einlud, einen Track für sein nächstes Album beizusteuern. "Um ehrlich zu sein hab ich mich bis zu dem Punkt nie wirklich als Produzent verstanden," erinnert sich Erick. "Ich machte Re-Edits, und das wars auch schon." Das Produkt ihrer Kollaboration "Muevelo" brachte ihnen Platin ein und wurde 1992 vom Billboard Magazin zur Latin Single des Jahres gekürt. 1997 gewann Morillo den gleichen Preis mit "Muevela La Cadera" von Proyecto Uno.

Erick Morillo wurde von seinem Freund Marc Anthony in die Bruderschaft des House eingeführt. Marc arbeitete damals zusammen mit Louie Vega und Kenny "Dope" Gonzalez an der zukünftigen Hymne "Ride On The Rhythm". "Louie hat mich von Anfang an unterstützt. Er sagte mir nie, was ich zu tun habe, er war einfach nur immer für mich da. Das einzige, was er mir jemals riet, war: Erick, konzentrier dich mehr auf Vocals." Erick bastelte in seinem Studio einen House Track nach dem andern. Für den Bau des Studios hatte er gebettelt, gestohlen und sich Geld ausgeliehen; der Kredit von seiner Grossmutter hatte natürlich auch nichts geschadet. Die Tracks waren von sehr unterschiedlicher Qualität und zumeist nicht sehr gut. "Hm, ich dachte, ich produzierte House Music, die wie das andere Zeug auf dem Markt tönte. Das war aber nicht so." Gladys Pizzaro, damals noch bei Nervous, liess ihn mehrmals abblitzen. Eines Tages tauchte er mit seinem Track "The New Anthem" von Reel 2 Reel bei Strictly Rhythm auf, dem heissesten Label in New York City. Pizzaro, die inzwischen bei Strictly arbeitete, überlegte nicht lange und nahm ihn gleich unter Vertrag. Sie ist auch für seinen Spitznamen "More" verantwortlich - Morillo lieferte jeweils genug Mixes, um ein ganzes Trippelalbum zu füllen. Die Produktionen wurden von Mal zu Mal besser, und auch die Verkaufszahlen stiegen kontinuierlich an. Mit "I Like To Move It" löste Reel 2 Reel eine wahre Erfolgslawine aus. Im Underground wurde "I Like To Move It" heimlich gepusht und schaffte so den Sprung in die europäischen und asiatischen Pop Charts. Auch in den USA waren die Verkäufe nicht zu verachten. Der Track schaffte Platin in Holland und Gold in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Belgien und Australien. Erick erhielt die Chance, erstmals nach Europa zu reisen. "England war wie eine Offenbarung für mich. Zum ersten Mal kamen Leute auf mich zu und sagten, wow, Erick, dein R.A.W. Track hat mich umgehauen, oder, der Smooth Touch fährt ein, Mann. Obwohl ich wusste, dass wir diese Platten gut verkauften ist es schon etwas ganz anderes, wenn man ein direktes Feedback bekommt, es ist sehr inspirierend." Erick Morillo hatte es geschafft. "Der Erfolg mit Reel 2 Reel war ein zweischneidiges Schwert. Einerseits genoss ich den Erfolg über alles, dafür hatte ich ja gearbeitet und das wollte ich auch. Gleichzeitig aber erhielt ich nicht die Arbeit als DJ, die ich gerne wollte, Reel 2 Reel wurden nämlich als Pop Act verstanden. Okay einverstanden, ich bekam schon ein paar coole Gigs: Love to Be and Up Yer Ronson in England, zum Beispiel, aber ich spielte auch in vielen kommerziellen Clubs." Ende 1994 hatte Reel 2 Reel bereits drei weitere Top 20 Hits in England allein gelandet: "Go On Move", "Can You Feel It", und "Raise Your Hands."

Erick Morillo war entschlossen, seinen Kopf und seine Musik fest im Underground zu verankern, obwohl er wegen seines Erfolgs im Rampenlicht stand: "Ich komme aus dem Underground, und da werde ich auch immer wieder zurückkehren." Er landete grosse Billboard #1 Hits mit Smooth Touchs "In My House" und dem Track "Reach", entstanden aus seiner feinsinnigen Kollaboration mit Kumpel Louie Vega als Li'l Mo'Ying Yang. "Eines Abends waren wir im Ausgang, wir hatten bereits einige Gläser Wein gehabt und schlurften um Mitternacht noch ins Studio, und da ging es einfach plötzlich ab. Mein Studio ist darauf eingerichtet, schnell Tracks zu produzieren!" 1997 eroberte Subliminal mit dem Club Smash-Hit von Constipated Monkeys die Szene im Sturm - es war ein schräges Stück gefilterter Disco Funk. Morillo hat eine genaue, klare Vorstellung, wie ein Label funktionieren soll, und zwar bis aufs kleinste Detail. Seine Ideen reflektieren auch das, was er in Europa gesehen hat. "Wir verbrachten acht Monate damit, alles richtig hinzukriegen. Wir suchten ein gutes Logo und ein sauberes Design. Wir wollten nicht wie jedes andere US Label daherkommen, deswegen hielten wir uns an bebilderte Covers, wir hatten die ewiggleichen schwarzen, gestanzten Plattenumschläge satt. Ich glaube, es sind diese kleinen Dinge, die dich von der Masse unterscheiden. Es ist mir wichtig, dass das Label für seine qualitativ hochstehende Musik bekannt ist. Man soll in ein Geschäft gehen können, eine Subliminal Platte kaufen und genau wissen, dass man gute Qualität bekommt." Die Bestätigung dafür kam 1998 anlässlich der Muzik Awards, wo Subliminal als bestes unabhängiges Label ausgezeichnet wurde.

Subliminals Spitzenposition in Sachen Qualität wurde durch eine ganze Anzahl Clubhits weiter verstärkt, u.a. mit Octahvias "In My Life" und dem Erfolg von Da Mob mit Jocelyn Browns "Fun" - beide eine ganz eigene, unverwechselbare Auslegung von Morillos Vision: Weder New York Garage noch European Progressive, sondern eine gesunde Mischung aus beiden Elementen. Es ist eigentlich nur logisch, dass die Prestige-Gigs kurz nach seiner fieberhaften Arbeit im Studio folgten. Erick ist momentan einer der gefragtesten amerikanischen DJs und, das muss hier einmal gesagt sein, einer der wenigen Amerikaner, der sich nicht mit übertriebenen Gagenansprüchen den Zugang zum europäischen Markt verbaut hat. Zusätzlich zu seiner Ministry Residency hat er 1998 den Preis für "Best House DJ" anlässlich der Ibiza DJ Preisverleihungen gewonnen. Zur Zeit begibt sich Morillo auf eine andere musikalische Reise: diesmal ist er in Begleitung seiner Labelkollegen Jose Nunez und Harry "Choo-Choo" Romero. Das Trio ist unter dem Namen "The Dronez" bekannt, und sie haben qualitativ hervorragende, frische Remixe für Künstler wie Jocelyn Brown, Diana Ross, The Sneaker Pimps, DJ Rap, Precious und Basement Jaxx produziert. Gleichzeitig haben die Dronez eine neue Hit-Single mit Jocelyn Brown unter dem Titel "Believe" aufgenommen. Sie ist unter dem Pseudonym Ministers De-La Funk erschienen. Einmal mehr ist es ihnen gelungen, Jocelyn zu einer elektrisierenden Performance zu inspirieren - ihre Vocals sind Balsam für die Seele und regen dazu an, Träume zu verwirklichen und an sich selbst zu glauben!

Originalinhalt von 911-party.com (Archiv, Stand November 2001) · ← alle Reports