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Goliath 5

27.11.1999 · Gugelmann Areal / Roggwil (BE) · LuW
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Es gibt nur eine, es gibt nur sie: die Goliath. Und es gibt nur einen Ort, an welchem sie wirklich ihrer Grösse würdig durchgeführt werden kann: Roggwil (Bern).

An diesem 27. November war der Tag, der für den richtigen Raver wichtiger als Weinachten, Streetparade und Geburtstag zusammen ist, endlich wieder gekommen. Das alte Gugelman Areal, das tagsüber etwa den Charme eines KZ' versprüht, verwandelte sich innert weniger Stunden in das Raverdorf, wie wir es seit einigen Jahren kennen: Unzählige Floors, für jeden Musikgeschmack etwas (nur die lieben Schlagerfreunde konnten leider nicht berücksichtigt werden, aber die haben ja ihre eigene Sendung am TV), dröhnende Bässe, die einen zuverlässiger als jedes öffentliche Verkehrsmittel übers Areal pumpen, und eine Halle, wo die Shoppingsüchtigen sogar im Ausgang Geld ausgeben konnten, um sich mit Platten, Gummialiens und Goafirlefanz zum Anziehen einzudecken.

In unzähligen Hallen ging von 20.00 bis 8.00 am nächsten Morgen die Post ab. Ausverkauft wars, wieder mal, heisst, es gab ca. 12'000 Leute zu unterhalten, zu (ver)pflegen und zu schützen, - vor anderen wie auch teilweise vor sich selbst. Laut Pascal Hugentobler, dem Veranstalter dieses Mega-Events, jedesmal ein Aufwand von mehreren Monaten, vor, sowie auch nach der Party. Ohne eine perfekte Organisation und all die motivierten Mitarbeiter würde so ein Anlass zum totalen Chaos ausarten. Was uns einmal mehr erspart geblieben ist mit der Goliath 5. An der Pressekonferenz um 2 Uhr hatten weder Pascal Hugentobler, Mitorganisator Mirosch Gerber noch der VIP-Security-Chef Dominik Pouchelon aussergewöhnliche Probleme zu vermelden. Natürlich habe es teilweise Verhaftungen gegeben, schon am Bahnhof, und es gab Ohnmächtige, Opfer von überdosierten Glücksmittelchen und einige Leute mussten zur Ordnung gerufen werden, aber insgesamt alles unter Kontrolle. Na da sind wir aber froh. Skandale um lausig organisierte Parties gab es in letzter Zeit nämlich genug.

Mein Gesamteindruck bestätigte diese Meldung: Glückliche Leute überall (wenn auch etwas viele auf einem Haufen, vorallem im Trancebereich), genügend Toiletten, anständiges Essen, souveräne Securities. Und natürlich Musik...... mehr als 125 Topacts aus der Schweiz, ganz Europa und den Staaten, sowie auch einige "Frischlinge", wie bei jeder Goliath, brachten die Hallen zum Kochen und sorgten dafür, dass das Tanzbein bis in die frühen Morgenstunden nicht schlappmachte. Einige Djs vom Housefloor bemängelten zwar Probleme mit der Anlage, beziehungsweise mit der Einrichtung besonders der Monitore, aber ob die abhottenden Gäste von den Mühen der Djs mit konkurrenzierenden Lautstärken von verschiedenen Seiten etwas mitbekamen, wage ich zu bezweifeln, der Stimmung war jedenfalls nichts anzumerken.

Pascal Hugentobler war auch so nett, allen Ravern ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk zu machen: er hat sie mit den neuen Daten von Goliath 6 und 7 im Jahre 2000 beglückt (6. Mai 2000 und 7. Oktober 2000) und gleich noch einen draufgesetzt. Goliath wird nämlich international und soll unter dem Namen "Goliath 2000" neu auch im Ausland über die Bühne gehen, das erste Mal im März 2000 in Buenos Aires. Ich bin gerade daran, zu regeln, dass ich da als Berichterstatterin hingeschickt werde...... Das Konzept soll das gleiche bleiben: Eine gute Mischung aus jeweils nationalen und internationalen Acts, und natürlich die Grösse der Party, was sie schliesslich ausmacht.

Wie auch immer das mit den weltweiten Goliath-Parties rauskommt, ob sie als Flops in die Geschichte von Grössenwahn befallener Partyveranstaltern eingehen oder zum Partyhit des neuen Milleniums werden, wir hier in der Schweiz können es mit ruhigem Gewissen beobachten; für unsere zwei Goliath-Parties ist nächstes Jahr gesorgt, und wenn Pascal Hugentobler nicht in Uriellas Sekte eintritt oder sich im fernen Ausland die Malaria holt, können wir damit rechnen, dass diese dank seiner Organisation und seinen Helfern wieder ein Erfolg werden.

Und vielleicht sorgt Pascal ja demnächst auch dafür, dass echte Raver auch das Recht bekommen, die Berner Gemeinde Roggwil in ihrem Pass als Heimatort eintragen zu lassen. Mal sehen.

cu next time! Eure Lulu (LuW)

Originalinhalt von 911-party.com (Archiv, Stand November 2001) · ← alle Reviews