— Werbebanner 468×60 —
911?Kontakt
HomeReviewsLady's Night

Lady's Night

11.12.1999 · Hotel Schweizerhof / Bern (BE) · MiL
reviewLady's Night911

Nach langer Abstinenz konnte ich mich am 11.12. endlich wieder einmal dazu durchringen, einen House-Event zu besuchen. So kam ich also gegen 23:00 in Bern an und vergnügte mich erstmal mit der fröhlichen Suche nach einem Parkplatz. Ich fand zum Glück eine Möglichkeit beim HB, somit reduzierte sich der Fussmarsch auf 2 Minuten.

Beim Schweizerhof angekommen, wurde ich standesgemäss mit einem roten Teppich empfangen. Ist ja wohl auch das Minimum...

Im Foyer einige orientierungslose Raver, welche wohl eher in den Gaskessel an die "Headhunters" wollten, aber sich irgendwie verirrt hatten, egal. Treppe hoch und ... anstehen. Zum Glück fiel mir ein, dass ich ja auf der Gästeliste stand und somit konnte ich die Wartezeit drastisch verkürzen. Irgendwie kam ich aber mit der Eingangssituation nicht ganz zurecht. Zuerst die Securitykontrolle und dann eine riesen Menschentraube vor der hoffnungslos überfüllten Garderobe, welche den sowieso nicht gerade breiten Durchgang auf angenehme 20cm verengten.

Endlich im kleinen Saal angelangt, konnte ich mich erstmals an der Berner Houseszene erfreuen. Alle waren cool und schön ;-))

Im grossen Saal setzte sich dieses Bild fort. Aber leider konnte sich niemand so richtig bewegen. Nicht, dass es so eng war, ich vermute eher, dass die momentane In-Droge der Berner House-Leute Valium ist. Vielleicht lag es aber auch an der Angst, nicht mehr cool und schön zu sein. Es gab aber auch Outsider, welche sich nicht anpassen wollten und kräftigst abfeierten. So zog der Abend ins Land und die Stimmung wurde immer besser (viele wollten nicht mehr nur cool und schön sein). An den Säulen räkelten sich gestählte Ölsardinen; ich meine Muskelmänner, welche die erotische Ausstrahlung eines Mehlsackes hatten.

So gegen 1:30 überraschte uns der Veranstalter dann mit dem Gesellschaftspiel "Finde eine Sicherung": Nachdem zuerst nur ein langsames Sterben der einzelnen Boxentürme wahrzunehmen war, versagten nach einem heftigen Gefummel an der Stromverteilung gleich alle auf einmal ihren Dienst. Mein Vorschlag, nun halt zu singen, kam überhaupt nicht an. Durch Desinteresse am Spiel kam dann die Notlösung, den Strom anderswo zu beziehen. Allerdings reicht er nur für die Hälfte des PA's. Nach rund 10 Minuten einseitigem Musikgenuss hatte sich wohl doch noch ein Mitspieler gefunden. Stolz präsentierte er eine neue Sicherung. Und wieder Ruhe, heftiges Rumgefummle an der Stromverteilung und... nichts ... wieder Gefummle, und dann ward es endlich wieder laut. Um etwa drei Uhr zog ich es dann vor, meinen Schlaf zuhause fortzusetzten.

Mein Fazit: Die Location war genial, die DJ's auch, bloss das Publikum wollte nicht so richtig feiern. Bis zum nächsten Mal in Bern

Originalinhalt von 911-party.com (Archiv, Stand November 2001) · ← alle Reviews