Comet of House - Safari 2000
(LuW) Auf Safari wollte ich eigentlich schon immer mal. Aber Afrika ist so verdammt weit weg und dann Malaria, speerbewaffnete Buschmänner in Ledertangas und riesige Spinnen. Hm... Jedenfalls kam mir die Idee Recht, meine erste Safari fast vor der Haustüre erleben zu können. Im Stufenbau Ittigen. Safari light sozusagen. Mit dem zusätzlichen Vorteil von elektronischer Musik anstelle von Löwengebrüll und Moskitogesurre in den Ohren.
Rein präventiv, man weiss ja nie, beschlossen meine Reisegruppe und ich gleich nach unserer Ankunft, uns erst mal an der Bar mit ein paar Tequilas gegen mögliche Krankheiten zu impfen. Dann gings auf einen Rundgang. Der Stufenbau ist eine gute Location für Parties, das ist nichts neues. Aber die Veranstalter haben es geschafft, aus der schon guten Location die perfekte Location zu machen. Von den Afrika-Souvenirs über die Leopardenshirts und -röcke des Barpersonals bis hin zum nachtschwarzen Bongoplayer war alles aufs Thema Safari abgestimmt. Nur das lebensgrosse Kamel neben dem Dj-Pult verwirrte mich etwas. Ich dachte immer, Kamele gibt's in der Wüste, nicht im Busch. Aber ich hatte nicht weiter Zeit, der Frage auf den Grund zu gehen. Den Leuten jedenfalls gefiel das Riesenkamel (besonders denen vom Parisienne-Stand...).
Kurz nach zwölf war der Laden voll. Heisst, etwas über Tausend Leute. Kompliment auch an die hauseigene Security. Die Jungs hatten alles im Griff, weder Giftpfeile noch Keulen kamen zum Einsatz. Nachdem wir dann alle vier Bars getestet hatten (exakte Recherche gehört dazu....), kam ich auf die Idee, ein paar Photos zu machen. Umgekehrt wäre besser gewesen. Nicht nur, weil mein Alkoholspiegel noch wirklich scharfe Bilder zugelassen hätte, sondern auch, weil photographieren bei den vielen Leuten ziemlich unmöglich geworden war. Von der Bühne herab glich der grosse Raum mittlerweilen einem Hexenkessel. Zuckende Körper, schnelle Rhythmen und dazu die erotische Stimme von Vocalist Tanja. Das gesamte Housevolk war in Trance.... Hätte das Discolicht nicht viel weisse Haut offenbart, wäre das Ganze durchaus mit dem Ritus eines alten afrikanischen Volksstammes zu verwechseln gewesen.
Es gibt ja verschiedene Redensarten, worin sich schwarze und weisse Menschen unterscheiden sollen. Neben gewissen genetischen Unterschieden, die gern genannt werden, wie zum Beispiel, das schwarze Frauen muskulösere Hintern haben als ihre weisshäutigen Genossinnen und schwarze Männer, ihr wisst, schon. Also neben diesen Unterschieden sagt man etwa, dass Weisse im Gegensatz keinen Rhythmus in Blut und Hüften haben. Völliger Blödsinn. Drei Beweise: Das tanzende Volk von Bleichgesichtern, die allesamt weissen und heissen Tänzerinnen von der Fire Dance Crew, und natürlich die Djs. Blasser als Christopher S., Aston Martinez oder Skaos nach mehreren Flaschen Champagner kann ein Mensch kaum sein. Aber Rhythmus haben sie, und wie..... Special Guest und Höhepunkt des Abends, sozusagen König der Löwen, war der Stargast aus Amerika, Brian Tappert. Für einmal ein Flugticket, dass sich für die Veranstalter gelohnt hat. Der Brian hat zwar, wie man hört, viel getrunken (Vodka, und das soll ein Ami sein), aber höllisch gut aufgelegt. Wieviel er dazu trank, spielte auch keine Rolle, seine Fahne störte höchstens das Kamel neben dem Dj-Pult.
Zum Schluss vielleicht noch eine Erklärung. Falls es unter den House-Leuten auch einige Eishockey-Insider gibt, mag es den einen oder anderen gewundert haben, warum so viele SCB-Spieler da waren. Die waren nicht etwa im Trainingslager oder so, sondern der SCB war Mitveranstalter dieser Safari 2000. War den Spielern zu gönnen, mal einen Samstag abend in an der Wärme anstatt auf dem Eis zu verbringen...
Eure Lulu (LuW)
Originalinhalt von 911-party.com (Archiv, Stand November 2001) · ← alle Reviews

