Silence
Im Firmenprofil von Laube & Co. Metall- und Apparatebau, dem Supporter der Silence 1.0, steht folgendes geschrieben: Begriffe wie Qualität, Zuverlässigkeit, Termintreue oder Individualität setzen wir mit der Innovation gleich. Das mag ja sicherlich auf die Kerngeschäfte dieses Unternehmens zutreffen, doch die Silence 1.0 war von solchen Massstäben weit entfernt. Als kritischer Partyreporter bin ich gezwungen zu sagen, dass es ein wahrer Trashrave oder auf deutsch ausgedrückt ein Billigrave ohne Charme und Qualität war. Eine kleine Ausnahme bildete allerdings das eigentlich fette Line-Up, das unter anderem mit Jaspa Jones, Ayla (DJ Tandu), Sunbeam (Live) sowie zahlreichen nationalen Grössen wie Mind-X, Tatana und Energy gut besetzt war.
Um Mitternacht als Sunbeam ihre Performance starteten, unterstützt von den sexy Obsession Dancers, hätte die Kaserne in Aarau eigentlich brennen müssen, doch der Funke sprang nicht über und das extrem junge und unbeholfene Publikum lehnte die Offerte dankend ab. Die Soundanlage hatte wohl einen satten Bass, doch dieser übertönte sämtliche Melodien und Flächen. Als wir so gegen 1 Uhr die trostlos dekorierte Kaserne verliessen und noch kurz ein paar Zigaretten kaufen wollten, wurde uns mitgeteilt, dass es nirgends solche Produkte zu kaufen gibt, na toll! Ein Spaziergang durch die wunderschöne Aarauer Altstadt hätte wohl mehr gebracht.
Viele Ravers wurden zum Glück nicht enttäuscht, denn die meisten folgten ohnehin dem legendären Weissen Wolf ins Maag Areal nach Dietikon. Als Statement zum Schluss sei festzuhalten: Es gibt genügend Parties und Clubs, die jedes Weekend eine geile Performance bieten. Solche haben auch eine Zukunft und bringen diese Szene weiter nach vorne. Wer sich als Organisator nicht an diese Spielregeln halten will, soll es doch besser lassen.
Originalinhalt von 911-party.com (Archiv, Stand November 2001) · ← alle Reviews

